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FAQ: Vorsorgeuntersuchungen 2020

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FragenWir haben hier häufig gestellte Fragen zusammengestellt und hoffen damit auch Ihre Frage beantworten zu können. Falls Sie keine ausreichende Antwort zu Ihrer Frage oder Ihrem Problem bekommen, vereinbaren Sie einfach einen Termin. Wir beraten Sie gern!

 

 

Wird die Gebärmutterhalskrebsvorsorge durch den zusätzlichen HPV-Test (Test auf humane Papilloma Viren) besser?

Das ist möglich, jedoch wird erst nach 6 Jahren ein Vergleich der Daten mit dem "alten" Vorsorgesystem vorliegen. Man geht davon aus, dass heutzutage fast jede Frau sich mindestens einmal in Ihrem Leben mit HPV infiziert. Über 70% dieser HPV-Infektionen werden durch das eigene Immunsystem geheilt. Bei den restlichen Frauen kann das Virus über längere Zeit im Körper verbleiben und bei einem kleinen Teil Zellveränderungen (Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs) entwickeln. Der HPV-Test selbst findet keine Zellveränderungen sondern nur Infektionen.

 

Welchen Nutzen hat der zusätzlichen HPV-Test (Test auf humane Papilloma Viren)?

Mit dem HPV-Test kann das Risiko für die Entwicklung von Zellveränderungen (Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs) besser beurteilt werden. Da es aber bisher keine Therapie für eine bestehende HPV-Infektion gibt (Die HPV-Impfung funktioniert nur zur Vorbeugung nicht jedoch zur Therapie) ist das Wissen über das erhöhte Risiko für die meisten Frauen manchmal aber psychisch belastend und nicht immer hilfreich.

 

Warum wird ab einem Alter von 35 Jahren nur noch alle 3 Jahre ein Zellabstrich (Pap-Test) durchgeführt?

Bei jungen Menschen treten HPV-Infektionen häufiger auf als bei älteren, "verschwinden" aber auch häufiger. Dementsprechend steigt das Risiko einer HPV-bedingten Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs mit zunehmendem Alter. Um dieses Risiko besser beurteilen zu können, wird ab dem Alter von 35 Jahren ein kombinierter HPV-Test und Pap-Test durchgeführt. Vermutlich aus Kostengründen aber nur alle 3 Jahre.

 

Muss ich als Frau ab 35 Jahren nur noch alle 3 Jahre zu Krebsvorsorgeuntersuchung?

Nein, die Neuregelungen der Krebsvorsorge betreffen nur das Gebärmutterhalskrebs-Screening. Die Untersuchung auf andere Krebsarten und Erkrankungen (Krebserkrankungen der Schamlippen, Scheide, Brust, Eileiter, Eierstöcke und Gebärmutterhöhle sowie entsprechender Hautveränderungen) bleiben unverändert. Sie ersparen sich also mit der Neuregelung des Gebärmutterhalsscreenings keine Zeit für Vorsorgeuntersuchungen und Arztbesuche.

 

Kann der neue kombinierte HPV-Test mehr Patienten vor Gebärmutterhalskrebs bewahren?

Möglicherweise. Die entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs ist allerdings das Vorliegen von Vorstufen. Diese findet man eher mit dem Zellabstrich (Pap-Test) als mit dem HPV-Test. Erschwerend kommt hinzu, dass auch der Zellabstrich (Pap-Test) keine hundertprozentige Entdeckungsrate aufweist und dass es auch Gebärmutterhalskrebs ohne Vorliegen einer HPV-Infektion gibt. Verlängert man das Intervall zwischen den Zellabstrichen (Pap-Test) kann es dazu kommen, dass auffällige Veränderungen verspätet nachgewisen werden.

 

Welche Methode würde die Entdeckung von Gebärmutterhalskrebs und deren Vorstufen erhöhen?

Eine höhere und regelmäßige Teilnahme möglichst aller Frauen würde die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und deren Vorstufen erhöhen. Eine jährliche Pap und HPV-Testung würde wahrscheinlich ebenfalls die Entdeckungsrate erhöhen, wäre aber auch mit höheren Kosten verbunden.

 

Wie sicher ist das Ergebnis des HPV-Test

Es gibt bisher in der Medizin keinen 100% sicheren Screening-Test. Bei jedem Test muß man einen Kompromiß zwischen Sensitivität und Spezifität eingehen. Möchte ich möglichst viele infizierte Patienten finden, wird sich der Anteil der falsch positiven Patienten (Testergebnis positiv, Patient jedoch nicht infiziert) dabei erhöhen. Lege ich Wert darauf, keine falsch positiven Patienten zu finden, werde ich damit mehr falsch negative Patienten (Testergebnis negativ, Patient jedoch infiziert) ermitteln. Dieses Problem besteht auch beim HPV-Test.

 

 

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Dr. med. Björn Peglow

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